EU-finanziertes Projekt DRAGON: Wie kann Ausbruchmaterial beim Tunnelbau sinnvoll verwendet werden?

| 10.05.2017

(Leoben, 10. Mai 2017) Die Antwort auf diese Frage liefert DRAGON, ein von der EU-finanziertes Forschungsprojekt. Normalerweise landet Tunnelausbruch auf Deponien, mit der neuen Technologie kann er einer nachhaltigen Nutzung zugeführt werden – denn Rohstoffe, die bei Tunnelvortrieben anfallen, können damit automatisch analysiert und sortiert werden. Das System schneidet Abfälle ab und liefert wertvolle mineralische Rohstoffe. Die hochwertige Verwendung von Tunnelausbruch findet beim Koralmtunnel im Rahmen der Herstellung von Ausbauelementen (Tübingen) bereits statt.

Wird ein Tunnel vorgetrieben, fallen viele Tonnen Ausbruchmaterial an, in dem sich noch wertvolle mineralische Rohstoffe befinden können. Die Industrie steht vor der Herausforderung, diese Materialien effizienter zu nutzen und bestenfalls zu verwerten. Das von der EU finanzierte Projekt DRAGON hat ein automatisiertes System entwickelt, um Tunnelausbruchmaterial online zu analysieren und darauf aufbauend zu sortieren.

Von Röntgenstrahlen bis hin zu Mikrowellentechnologien

Im Rahmen des Projekts DRAGON wurden dafür Prototypen entwickelt, die auf verschiedene Technologien (Fotooptik, Röntgen, Mikrowellen) zurückgreifen und bereits vor Ort Informationen wie Größe, Form, Mineral- und Wassergehalt in Echtzeit liefern. Das Material kann dann entweder vor Ort für die Herstellung von Tunnelbetonen verwendet oder auch in der Zement-, Stahl-, Keramik- oder Glasindustrie recycelt werden. Beispielsweise wurden und werden beim steirischen Baulos des Koralmtunnels die Tübbingelemente zum Großteil aus Ausbruchmaterial hergestellt.

„Durch die EU-Förderung konnten wir eine Technologie entwickeln, um wertvollen Ausbruch industriell und nachhaltig zu nutzen. Derartige Innovationen tragen dazu bei, dass die österreichischen und europäischen Tunnelbauer wettbewerbsfähig bleiben und ihren Vorsprung vielleicht sogar noch ausbauen können“, sagt Projektkoordinator Robert Galler von der Montanuniversität Leoben.

Bei einem Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer an der Montanuniversität Leoben wurde von Experten der aktuelle Stand sowie bisherige Erfahrungen in der Planungs-, Ausschreibungs- und Ausführungsphase vorgestellt. Am 14. September 2017 findet am Zentrum am Berg in Eisenerz eine Folgeveranstaltung unter dem Titel Zero waste – Tunnel- und Untertagebau in 10 Jahren – auf dem Weg von der Vision zur Realität[1] statt.

Innovation beginnt hier

DRAGON ist nur ein Beispiel für eine nachhaltige Investition seitens der EU. Die Ergebnisse dieser umfangreichen EU-Investitionstätigkeiten sind in vielen Gemeinden, Städten und Regionen in Österreich und ganz Europa sichtbar.

„Wir freuen uns, dass ein neuartiger Ansatz in der Tunnelbautechnologie mit EU-Förderungen unterstützen werden konnte. Innovation ist ein wichtiger Faktor, der den Standort Österreich sichert“, betont Jörg Wojahn, Vertreter der Europäischen Kommission in Österreich.

Weitere Informationen unter:

http://europa.eu/investeu/projects/dragon-%E2%80%93-innovative-approach-tunnelling_de

 

Rückfragen richten Sie bitte an:

Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. mont. Robert GALLER
E-Mail: robert.galler@unileoben.ac.at
T: 03842/402-3400

Mag. Marco Jäger, MA
E-Mail: presse@brandensteincom.at
T: 01/319 41 01-12

Über EU-Investitionen und die investEU-Informationskampagne

Unterstützung, um Projekte ins Leben zu rufen; maßgeschneiderte Zuschüsse und Systeme, die auf allen Stufen und Lebenszeiten verfügbar sind; intelligente Kredite, um zusätzliche Investitionen auszulösen; gezielte Mittel zur Modernisierung, Entwicklung und Vernetzung … Durch ihre zahlreichen Finanzierungs- und Investitionsaktivitäten zielt die Europäische Union darauf ab, Wachstum zu fördern, Arbeitsplätze zu schaffen und Mittel aus dem Privatsektor zu gewinnen, um eine bessere Zukunft für EU-BürgerInnen zu schaffen. EU-Investitionen verbessern unseren Alltag –bessere Ausbildung, modernere Gesundheitsversorgung, saubere Energie, neue Verkehrsinfrastruktur, fortschrittliche Technologien sind nur einige Beispiele. Das im Februar 2017 von der Generaldirektion Kommunikation der Europäischen Kommission gestartete Ziel der investEU-Informationskampagne ist es, die Wirkung von EU-Investitionstätigkeit auf reale Projekte und Menschen sichtbar zu machen. Um die Vorteile der EU-Investitionen in Ihrer Nähe zu entdecken, besuchen Sie: http://europa.eu/investeu/home_de

 

[1] Anmeldung unter robert.galler@unileoben.ac.at erforderlich

 

Download Presseinformation

Download Bild

Bild: Prof. Robert Galler (Montanuniversität Leoben) erklärt die DRAGON-Technologie, die im Rahmen eines EU-finanzierten Forschungsprojekt entwickelt wurde (Copyrights: Lehrstuhl für Subsurface Engineering, Montanuniversität Leoben)

 

Pinterest
WhatsApp