Exportmarkt Lateinamerika – steirische Unternehmen erobern dank EU-Handelsabkommen neue Märkte

| 03.04.2018

(Graz, am 3.4.2018). Mit über 418 Millionen Einwohnern ist Lateinamerika ein großer Markt, der mit der EU durch mehrere Handelsabkommen verknüpft ist. Eines der wirtschaftlich interessantesten Länder ist Mexiko, mit dem ein EU-Abkommen besteht, das es auch heimischen Unternehmen u.a. durch den Wegfall von Zöllen ermöglicht, ihre Produkte leichter anzubieten (siehe www.redenwiruberhandel.eu). Dies nutzen auch steirische Unternehmen sehr erfolgreich, wie etwa Wollsdorf Leder. Das Familienunternehmen ist weltweit führender Produzent von Lenkradleder und profitiert in Mexiko vor allem von der steigenden Nachfrage der Automobilindustrie. Auch viele andere Produkte aus der Steiermark wie Maschinenteile, Messgeräte, u.a. sind in Mexiko sehr gefragt: Die Exporte von steirischen Unternehmen nach Mexiko betrugen 2016 mehr als 100 Millionen Euro und nehmen kontinuierlich zu.

Mehr als 30 Millionen Arbeitsplätze hängen in Europa vom Export in Länder außerhalb der EU ab. 90 Prozent des künftigen globalen Wachstums werden nicht in Europa stattfinden. Handelsabkommen wie Mercosur, CETA, EU-Japan, EU-Südkorea oder EU-Mexiko sind daher enorm wichtig für Europas Wirtschaft und damit auch für die heimischen Unternehmen.

Mexiko ist mit seinen 123 Millionen Einwohnern ein attraktiver Zielmarkt für Waren aus der Europäischen Union. Österreich ist einer der größten Nutznießer der gemeinsamen Handelspolitik.

 

EU-Handelsabkommen öffnen neue Märkte

Die Handelsstrategie der Europäischen Union steht unter dem Motto „Handel für alle“. Handelsabkommen stellen sicher, dass die Bürger Europas am globalen Wachstum profitieren. Unter anderem dadurch, dass bestehende Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen werden. Dazu Dr. Johann Sollgruber, Berater in Handelsfragen, Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich: „Als Gegenpol zur protektionistischen Wirtschaftspolitik der USA steht die EU für freien, fairen und nachhaltigen Handel. Ziel der EU ist es, weltweit ein Netzwerk von Abkommen zum freien Waren- und Dienstleistungsverkehr zu spannen. CETA ist seit 21.9.2017 in Kraft und die vielfach behaupteten Katastrophen und Klagen von US-Konzernen sind nicht eingetreten. Denn die EU-Handelsabkommen zeigen – trotz Kritik – positive Wirkung.

Sollgruber weiter: „Das EU-Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit Japan, dessen Wirtschafts- und Außenhandelspotential viermal so groß ist wie jenes mit Kanada, wird 2019 in Kraft treten. Seit Inkrafttreten des Abkommens mit Süd-Korea haben sich die österreichischen Exporte von 200 Millionen Euro auf 1 Milliarde Euro gesteigert. Die EU verhandelt diese Abkommen im Interesse Österreichs. Mexiko ist der viertgrößte Autoexporteur der Welt und belegt Platz fünfzehn der wichtigsten Volkswirtschaften. Vom freien Zugang zu diesem attraktiven Markt profitieren auch immer mehr Unternehmen des steirischen Autoclusters und Zulieferbetriebe. Seit 30. Mai 2016 verhandelt die EU mit Mexiko über die Modernisierung des bestehenden Abkommens. Mit den Mercosur-Ländern Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay steht die EU ebenfalls in Verhandlung. Ein Weltmarkt mit 250 Millionen Menschen auf dem die EU mit über 400 Milliarden Euro schon jetzt größter Investor ist. Ein weiterer Exportmarkt mit riesigem Potential.“

 

Steiermark: wirtschaftliches Wachstum durch Export

Der Export hat für die steirische Wirtschaft eine fundamentale Bedeutung: „Die Steiermark ist ein Exportbundesland. Es ist daher essenziell, dass heimische Unternehmen mit ihren Produkten und Dienstleistungen auf ausländischen Märkten punkten. Über das Internationalisierungscenter Steiermark unterstützen wir unsere Betriebe dabei, neue Märkte zu erschließen. Gerade Lateinamerika und hier vor allem Mexiko bietet in den kommenden Jahren gute Absatzmöglichkeiten. Diese Chancen wollen wir nutzen, damit Wachstum, Arbeitsplätze und Lebensqualität in der Steiermark gesichert werden können. Wir werden daher im Oktober mit einer großen steirischen Wirtschaftsdelegation nach Mexiko und Kolumbien reisen, um vor Ort Kontakte zu knüpfen und so weitere Geschäftsmöglichkeiten auszuloten“, so Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl.

 

Internationaler Handel als Rückenwind für die heimische Wirtschaft

Durch Export werden in Österreich sechs von zehn Euro erwirtschaftet und jeder zweite heimische Arbeitsplatz gesichert. Ohne Export könnten sich zahlreiche österreichische Unternehmen – ein Großteil davon sind KMU – nicht so positiv weiterentwickeln. Mit Mexiko als wichtigstem Handelspartner in Lateinamerika hat die steirische Wirtschaft einen großen Markt erschlossen.

„Mexiko ist eines der ‚running horses‘ der österreichischen Exportwirtschaft. Die österreichischen Ausfuhren stiegen 2017 um mehr als 17% auf über 1,1 Mrd. EUR. Das Land ist mittlerweile der mit Abstand wichtigste Handelspartner Österreichs in Lateinamerika. Getrieben vom Boom in der mexikanischen Automobilindustrie und von der Nachfrage durch andere in Mexiko angesiedelte Lohnfertigungsunternehmen ist das Land ein hochinteressanter Absatzmarkt für alle technologieorientierten Unternehmen. Maschinen, Industrieanlagen und Zulieferteile sind besonders gefragt. Sehr gute Chancen gibt es aber auch im Bereich Infrastruktur – etwa dem Bereich ‚Smart Cities‘ –  bei Energie und Umwelt sowie – in kleinen Nischen – für hochwertige Konsumgüter. Die Schwerpunkte der Nachfrage in Mexiko decken sich mit den Stärkefeldern der steirischen Exportwirtschaft und stellen daher ein ‚perfect match‘ dar“, so Mag. Jürgen Roth, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich und Aufsichtsratsvorsitzender der Internationalisierungscenter Steiermark GmbH.

 

Wollsdorf Leder: Exporterfolg aus der Steiermark

Das Unternehmen ist Hersteller von Premium-Spezialleder für die Auto-, Möbel- und Flugzeugindustrie mit Stammsitz in Wollsdorf bei Weiz. 90% der Artikel werden exportiert. Derzeit sind 1200 Mitarbeiter weltweit beschäftigt, 740 davon in Österreich. Aufgrund seiner starken Automobilindustrie ist Mexiko ein wichtiger Kernmarkt für Wollsdorf Leder. Das EU-Mexiko-Handelsabkommen hat dabei geholfen, im Markt Fuß zu fassen und so das Familienunternehmen weiter auszubauen. Die Fertigstellung eines zusätzlichen Produktionsstandortes mit bis zu 500 Mitarbeitern in León/Mexiko ist für Ende des Jahres geplant. Dass offene internationale Handelspolitik zu einem weltweiten Erfolg betragen kann, dafür ist das oststeirische Unternehmen ein sehr gutes Beispiel.

Dazu Mag. Andreas Kindermann, CEO Wollsdorf Leder GesmbH: „Wollsdorf ist Export-Weltmeister und liefert seit vielen Jahren erfolgreich Leder in viele Länder. Mit unserer Exportquote von über 90% wäre der Standort in Österreich ohne Handelsabkommen und freien Markt nicht so erfolgreich. Handelsabkommen bieten faire Bedingungen für alle Marktteilnehmer und gewährleisten, dass europäische Betriebe ihre Technologie- und Innovationsvorteile weltweit vermarkten können. Damit werden Standorte und Beschäftigung in Österreich und Europa gesichert.“

 

Reden wir über Handel

Zum Thema internationale Handelsabkommen gibt es viele offene Fragen. Aus diesem Grund hat die EU-Kommission im Rahmen einer Informationsinitiative die Webseite www.redenwiruberhandel.eu ins Leben gerufen. Sie bietet in kompakter Form in sieben Sprachen eine Fülle an Beispielen und Auskünften für Konsumentinnen und Konsumenten sowie Unternehmerinnen und Unternehmer.

 

Rückfragehinweise:

ICS

Mag. Daniela Guss

Daniela.guss@ic-steiermark.at

+43 316 601 546

Vertretung der EU-Kommission in Österreich

Dr. Johann Sollgruber

Johann.sollgruber@ec.europa.eu

+43 664 887 43 524

Infokampagne Reden wir über Handel

Mag. Andrea Pfennigbauer

a.pfennigbauer@brandensteincom.at

+43 1 319 410 115

 

Bild: Mag. Jürgen Roth, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich und Aufsichtsratsvorsitzender der Internationalisierungscenter Steiermark GmbH; MMag.a Barbara Eibinger-Miedl, Landesrätin Steiermark für Wirtschaft Tourismus, Europa, Wissenschaft und Forschung; Mag. Andreas Kindermann, CEO Wollsdorf Leather; Dr. Johann Sollgruber, Berater in Handelsfragen, Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich (v.l.n.r.)

Copyright: EU-Kommission Österreich (Abdruck für PR-Zwecke honorarfrei)

 

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