Warum wir regionale Qualifizierungscluster für das digitale Zeitalter brauchen

| 22.07.2019

Plattform Industrie 4.0 Österreich veröffentlicht ein Ergebnispapier zu Erfolgsfaktoren regionaler Qualifizierungscluster

 

Wien, 22. Juli 2019 – Die Nachfrage nach Qualifikationen und entsprechenden Kompetenzen hat sich im Zuge der Digitalisierung deutlich erhöht. Auch wenn nicht alle Kompetenzen von allen Menschen erlernt werden müssen, zeigen Studien allgemein einen steigenden Bedarf an sogenannten Quer- und überfachlichen Kompetenzen. Dazu zählt ein Wissen in den Bereichen Datenschutz & Privacy, der Umgang mit großen Datenmengen („Big Data“), die Bereitschaft und das Know-how zur interdisziplinären Zusammenarbeit und die Gestaltung von Innovationen bzw. Kreativität. Im Bereich der produzierenden Industrie, insbesondere in ländlichen Regionen, gibt es zusätzlich einen vermehrten Bedarf an Fachkompetenzen, die vor allem IT- und MINT-Kenntnisse sowie interdisziplinäres Wissen umfassen. Um diesen steigenden Anforderungen gerecht zu werden, haben sich in den letzten Jahren in verschiedenen Wirtschaftsregionen Österreichs regionale Qualifizierungscluster gebildet.

Die ExpertInnengruppe „Qualifikationen und Kompetenzen“ der Plattform Industrie 4.0 Österreich hat anhand von Beispielen Erfolgsfaktoren für die Etablierung regionaler Qualifizierungscluster identifiziert. Diese Erfolgsfaktoren sollen Entscheidungsträgern, Unternehmen und Bildungseinrichtungen als Grundlage für die Etablierung von Qualifizierungsclustern in anderen interessierten Wirtschaftsregionen dienen.

 

Good Practice-Beispiele aus Österreich

„Die Besonderheit dieser Qualifizierungscluster ist, dass die Kompetenzvermittlung passgenau auf den Qualifikationsbedarf der Region abgestimmt ist. Die von der Plattform Industrie 4.0 ausgewählten Good Practice-Beispiele zeigen, wie Qualifizierungscluster in Österreich erfolgreich funktionieren können. Sie sind ein Beispiel dafür, wie wir gemeinsam den digitalen Wandel erfolgreich gestalten und alle Menschen angemessen auf die Veränderungen durch Digitalisierung vorbereiten können“, so Philipp Schnell (Arbeiterkammer Wien), Leiter der ExpertInnengruppe der Plattform Industrie 4.0.

 

Was sind regionale Qualifizierungscluster?

  • Sie sind Interessengemeinschaften mehrerer Beteiligter. Hauptakteure sind Leitbetriebe der produzierenden Industrie sowie Bildungseinrichtungen und Erwachsenenbildungsträger.
  • Sie zeichnen sich insgesamt – neben den Hauptakteuren – durch ein breites Netzwerk und einer Vielzahl an Kooperationen untereinander und mit weiteren Einrichtungen aus.
  • Sie sind eine Reaktion auf die erforderlichen Qualifikationsanforderungen, die durch die steigende Digitalisierung und Individualisierung von neuen Produktionsprozessen in den Wirtschaftsregionen entstehen.
  • Sie sichern den regionalen Qualifikationsbedarf und dienen der Standortsicherung in der Region.

In dem Papier werden drei regionale Qualifizierungscluster detailliert vorgestellt:

  • Zukunftsakademie Mostviertel
  • RIC-Regionales Innovations-Centrum/EDU-Hub und
  • Weinviertler Mechatronik Akademie.

 

Diese drei Good Practice-Beispiele wurden ausgewählt, weil sie (1) durch ein sehr hohes Maß an Kooperationen gekennzeichnet sind, (2) das Netzwerk des Ausbildungsverbundes sich durch eine große Diversität an Mitgliedern auszeichnet und (3) die Weiterbildungsangebote gezielt auf die Qualifikationsanforderungen regionaler Wirtschaftsregionen ausgerichtet sind.

 

Neun Erfolgsfaktoren für die Etablierung von regionalen Qualifizierungscluster:

  1. Persönliches Engagement von „Key Actors“: Meist Führungspersönlichkeiten aus Leitbetrieben
  2. Einbindung aller relevanten Stakeholder einer Wirtschaftsregion
  3. Ausrichtung auf den Qualifikationsbedarf der Region
  4. Finanzierung und politisches „Commitment“: Leitbetriebe und Gemeinden beteiligen sich an der Finanzierung („Public-Private-Partnership“-Modell).
  5. Moderne Infrastruktur: Das Lernen erfolgt an modernen Geräten und Software.
  6. Modulare Kursformen: Der Zugang zu „Bildung 4.0“ kann stärker auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten werden.
  7. Anerkennungsmöglichkeiten: Lernmodule werden von allen TeilnehmerInnen des Clusters anerkannt und damit eine kontinuierliche Aus- und Weiterbildung gefördert.
  8. Weiterbildungen für MitarbeiterInnen aller Qualifikationsniveaus
  9. Kooperationen mit Schulen: Das Interesse an MINT und technologischen Entwicklungen wird geweckt und überfachliche Kompetenzen werden früher gefördert.

 

Link zum Ergebnispapier „Erfolgsfaktoren für die Etablierung regionaler Qualifizierungscluster“: https://plattformindustrie40.at/wp-content/uploads/Industrie4.0_ErgebnispapierQualifizierungscluster_2019_1706_2.pdf

 

Fotocredit: Plattform Industrie 4.0 Österreich

 

Über die Plattform Industrie 4.0 Österreich

Die Initiative hat sich seit ihrer Gründung 2015 durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) gemeinsam mit den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden zu einem etablierten Kompetenzträger zum Thema Industrie 4.0 entwickelt. Der Verein setzt Aktivitäten, um eine dynamische Entwicklung des österreichischen Produktionssektors zu sichern, Forschung, Innovation und Qualifikation zu forcieren und zu einer qualitätsvollen Arbeitswelt sowie zu einem hohen Beschäftigungsniveau beizutragen. Das Ziel ist, die neuen technologischen Entwicklungen und Innovationen der Digitalisierung bestmöglich für Unternehmen und Beschäftigte zu nutzen und den Wandel für die Gesellschaft sozialverträglich zu gestalten. Weitere Informationen unter www.plattformindustrie40.at

Pressekontakt:

Verein Industrie 4.0 Österreich – die Plattform für intelligente Produktion
Jasmina Schnobrich-Cakelja
+43 1 588 39 75
jasmina.schnobrich@plattformindustrie40.at

Brandenstein Communications
Marco Jäger
+43 1 319 41 01-12
m.jaeger@brandensteincom.at

 

Downloads:

Presseinformation

Bild

Pinterest
WhatsApp